Neuinstallation von Lucid Lynx auf einem MacbookPro

Mit dem Erscheinen von Lucid Lynx als LTS-Version habe ich mich entschlossen, eine frische Komplettinstallation auf meinem MacbookPro4,1 durchzuführen, um so auch diverse eventuelle Altlasten loszuwerden.

 

1. Backup

Zunächst mache ich ein Backup meines Home-Ordners auf eine externe Festplatte. Dies betrifft sowohl den Home-Ordner der OSX-Installation als auch den von Karmic.

 

2. Installation von OSX

Nach dem Backup starte ich mein Book mit der SnowLeopard-Install-DVD. Es wird empfohlen, auf Apple-Rechnern immer auch OSX zu installieren, da über die Softwareaktualisierung immer auch Firmware-Updates eingespielt werden.

Bevor die Installation losgehen kann, starte ich das Festplattendienstprogramm und partitioniere die Festplatte neu:

  1. 80GB HFS+ Journaled für OSX
  2. den Rest (250 GB) als FAT32 für Ubuntu (wird später noch umgewandelt)

Jetzt kann OSX auf die erste Partition installiert werden.
Nachdem OSX das erste Mal hochgefahren ist, installiere ich rEFIt. Hierdurch wird es mir ermöglicht, beim Einschalten des Mac das Betriebssystem auszuwählen.

 

3. Installation von Ubuntu Lucid Lynx

Ich habe mir die 64-Bit-Version von Lucid auf eine CD gebrannt. Von dieser starte ich nun mein MacbookPro.

  • Es sollte sich nun das UBUNTU-Menü melden. Ihr könnt gerne zunächst „UBUNTU ausprobieren“. Ich habe direkt „Installieren“ gewählt.
  • Die Installationsangaben (Sprache, Uhrzeit, Tastatur) sind soweit selbsterklärend. Wichtig ist erst die Stelle „Partitionierung“. Hier wählt man „Manuell festlegen“. In der erscheinenden Partitionstabelle sind alle Festplatten mit ihren Partitionen aufgelistet. Hier wählt man die UBUNTU-Partition aus (ich hab sie an der Größe der Partition 250GB erkannt). Ihr solltet euch die Bezeichnung der Partition (bei mir: /dev/sda3) unbedingt merken! Die wird später noch benötigt!
  • Wähle also die Partition aus und klicke auf „Partition bearbeiten“. Hier stellst du unter „Benutzen als“: Ext4 ein. Als „Einhängepunkt“ wählst du „/„, machst ein Häkchen bei „Formatieren“ und klickst OK.
  • Wähle die Partition aus und klicke auf „Vor“.
  • UBUNUTU fragt dann noch nach, wie es mit einer SWAP-Partition wäre, was aber von uns ignoriert wird, da wir später ein SWAP-File einrichten.
  • Gebe nun deine Userdaten ein und klicke dich zur „Zusammenfassung“. Hier wählst du unten „bearbeiten“ aus. Es öffnet sich ein Fenster, und du siehst nun einen Haken bei „Bootloader installieren“ und eine Übersicht der Partitionen. Wähle hier auf keinen Fall „Mac OSX“ aus! Die gesuchte Partition ist diejenige, die wir uns oben bei der manuellen Partionierung gemerkt haben (bei mir ist das /dev/sda3)
  • Nun kann man „Ok“ und „Installieren“ klicken.
  • Die Proxy-Einstellungen hab ich leer gelassen (da ich kein Proxy nutze).
  • UBUNUTU installiert nun (bei mir) sauber durch. Zum Schluss wird neu gestartet und die CD entfernt.
  • rEFIt bootet hoch. Rechts steht bei mir „Boot Linux from HD“. Das war’s! UBUNTU fährt hoch!

 

4. Konfiguration von Lucid Lynx

  • Nachdem Lucid hochgefahren ist, aktiviere ich noch die proprietären Treiber für WLAN und NVIDIA. Hierfür hab ich mein Book kurz per Kabel ans LAN gehängt, damit die Pakete auch gefunden werden können. Nach einem Neustart habe ich WLAN und 3D-Beschleunigung.
  • Jetzt richte ich mir eine SWAP-Datei ein, die so groß ist wie mein RAM (4GB). Solltet ihr mehr oder weniger RAM besitzen, müsste ihr den zweiten nachfolgenden Befehl entsprechend umändern (count=4100 steht für 4GB). Mehr Infos dazu hier.
    sudo mkdir -p /var/cache/swap/ 
    sudo dd if=/dev/zero of=/var/cache/swap/swap0 bs=1M count=4100 
    sudo mkswap /var/cache/swap/swap0 
    sudo chmod 0600 /var/cache/swap/swap0
    sudo swapon /var/cache/swap/swap0 
    

    Damit die SWAP-Datei auch nach einem Neustart verwendet wird, trägt man in /etc/fstab folgendes ein:

    /var/cache/swap/swap0    none    swap    sw      0 0
  • Da standardmäßig die Funktionstasten aktiviert sind, muss ich hier immer die Fn-Taste drücken, um zB ein F2 auszuführen. Das Ganze kann man aber auch umkehren. Hierzu erstellt man die Datei /etc/modprobe.d/hid_apple.conf und gibt ihr folgenden Eintrag:
    options hid_apple fnmode=2

    Anschließend muss noch folgender Befehl ausgeführt werden:

    sudo update-initramfs -u

    Nach einem Neustart funktionieren die Sondertasten wie von mir gewünscht.

 

5. Zusatzpakete

Tja, das schöne an Linuxdistributionen ist ja, dass man seine Lieblingsprogramme meist direkt aus dem Repository nachladen kann. Ich installiere unter Lucid folgende Zusatzpakete:

sudo apt-get install audacity audex bb compizconfig-settings-manager cowsay curl dosbox easytag epiphany-browser evolution-plugins-experimental faac faad ffmpeg figlet flac fortunes fortunes-de gcolor2 gftp gimp id3v2 kile krdc krename kubuntu-desktop lame lbreakout2 mc mencoder mp3diags mp3splt mplayer nautilus-script-audio-convert ntp openssh-server pidgin p7zip-full pdfsam python-apsw qemu-kvm rar rekonq revelation samba shutter streamripper syncevolution tuxpaint ubuntu-restricted-extras unison unrar vbrfix vim vlc vorbis-tools wakeonlan wine wput x11vnc xchat xpm2wico

 
Da ich nun die ubuntu-restricted-extras installiert habe, kann ich mittels

sudo /usr/share/doc/libdvdread4/install-css.sh

die libdvdcss zur Wiedergabe meiner kopiergeschützten DVDs nachinstallieren.

 

6. Fazit

Ubuntu Lucid Lynx läuft hervorragend auf meinem MacbookPro4,1 🙂

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