Lange habe ich gezögert, aber gestern dann doch nicht widerstehen können. Und so bin ich nun Besitzer eines O2-Surfsticks “Prepaid”. Diesen möchte ich verwenden, um mein MacbookPro4,1 mit Ubuntu 9.10 ins Netz zu bringen, wenn ich zB grad im Zug sitze. Zum Stick habe ich die Version “Dayflat” genommen. Man bezahlt 3,50 und kann dann den ganzen Kalendertag im Netz surfen. Sogar Skype ist mittlerweile bei O2 (sowie Fonic) erlaubt.

Surfstick anschließen

Auf dem Stick steht ZTE MF100 (das ist wohl der Chipsatz). Der Befehl lsusb liefert folgenden Eintrag:

Bus 002 Device 007: ID 19d2:2000 ONDA Communication S.p.A.

Wenn man ihn per USB mit dem Rechner verbindet, so taucht er zunächst “nur” im Dateimanager als USB-Platte auf. Jetzt muss man einfach nur den Stick auswerfen und ca 30 Sekunden warten. Dann aber erkennt Ubuntu den Stick als USB-Modem. Im Netzwerkmanager kann man nun einen neuen Eintrag für “Mobiles Breitband” auswählen. In den Einstellungen wähle ich O2. Leider kennt der Manager diese “Dayflat” noch nicht. Daher muss bei APN pinternet.interkom.de eingetragen werden. Nachdem der Wizard durchgelaufen ist, klickt man nochmals mit der rechten Maustaste auf das Netzwerk-Icon im oberen Panel und wählt “Verbindungen bearbeiten” und überprüft die Einstellungen: Networkmanager o2-Surfstick “Prepaid” Dayflat Die Nummer sollte mit *99# richtig sein.

Guthaben aufladen

Da es sich um einen “PrePaid”-Stick handelt, muss zunächst Guthaben auf die Karte geladen werden. In Tankstellen und KIOSKs kann man sich ja diese Guthabenkarten kaufen. Auf der Karte ist eine mehrstellige Zugangsnummer freizurubbeln, welche anschließend für den Stick eingegeben werden muss. Hierzu bringt der Stick eine eigene Software für Windows und Mac OSX mit, die unter Linux aber nicht läuft. Daher muss man hier einen kleinen Umweg gehen und das Guthaben direkt mit einem Handy freischalten. Hierzu legt man die SIM-Karte des Surfsticks in ein Handy, ruft die kostenlose Nummer 5667 an und wählt 1 für “Konto aufladen”. Jetzt muss die freigerubbelte Zugangsnummer eingegeben und mit # bestätigt werden. Wenn man kurz wartet, wird das Guthaben per SMS bestätigt (das kann schon mal 15 Minuten dauern).

DayFlat-Tarif bestätigen

Achtung Achtung, bei meinem Stick lagen 5 Gutscheincodes bei. Mit denen konnte ich mir jeweils einen Kalendertag freischalten lassen. Jetzt sind diese Codes aufgebraucht, und ich habe erstmals den Stick (wie oben beschrieben) mit ‘ner 20,- Euro Karte aufgeladen. Anschließend hab ich mich in meinen Zug nach Hamburg gesetzt und mich dann und wann ins Netz eingewählt. Fazit: Am Ende des Tages waren die 20 Euro KOMPLETT AUFGEBRAUCHT!!! Der Stick - obwohl als Tages-Prepaid Stick gekauft - erkennt NICHT AUTOMATISCH, dass ich den DayFlat-Tarif nutzen möchte und wählt sich daher immer wieder erneut ins O2-Netz ein! Ich hab mich grad an die Kundenhotline gewandt und dort folgendes Procedere erfahren:

  • man lade mit einem Handy das Guthaben auf die SIM-Karte des Sticks.

  • Dann ruft man per Handy die Nummer 5667 an. Hier wählt man im Menü den Punkt “3 Tarifmanager” und bestätigt dort die DayFlat

  • jetzt muss man eine Bestätigungs-SMS abwarten

  • ERST JETZT darf die SIM-Karte wieder in den Stick. Und ERST JETZT kann man sich gefahrlos ins Netz einwählen.

  • Diesen Vorgang muss man für JEDEN KALENDERTAG, an dem man Internet nutzen möchte, wiederholen!!!

O2 war übrigens so kulant, mir die 20 Euro (bzw. 16,50) wieder gutzuschreiben… :)

Surfen

Zum Testen trenne ich alle bestehenden Verbindungen, klicke dann auf das Networkmanager-Icon im oberen Panel und wähle “o2 connection” aus. Nach 4 Sekunden bin ich mit dem Netz verbunden und kann surfen.

Probleme:

Ich hatte hier das Problem, dass nach erfolgreicher Verbindung mit dem Netz die DNS-Auflösung nicht mehr funktioniert. Ich kann zwar IP-Adressen anpingen, jedoch keine “Namen” wie www.produnis.de. Lösen kann man dieses Problem, indem man mit root-Rechten die Datei /etc/resolv.conf editiert (die bei mir leer war), und dort einen Nameserver seiner Wahl einträgt, z.B.

`sudo vim /etc/resolv.conf`
nameserver 193.189.244.225
nameserver 193.189.244.206

Nach dem Speichern ist die Änderung direkt aktiv, und alles funktioniert wieder wie gewünscht.

Netzstärke

Diesen Beitrag hier schreibe ich übrigens gerade mit dem Stick. Hier im Ruhrgebiet (derzeit sitze ich in Witten) hab ich recht guten Empfang. Heute Nachmittag muss ich mit der Bahn nach Hamburg fahren. Ich bin schon jetzt gespannt, wie lange ich wo welchen Empfang habe - ich werd meine Erfahrungen dann hier ergänzen.

UPDATE: Ich sitze im Zug, und es ist so, dass man in der Nähe von Bahnhöfen und kleinen Siedlungen durchaus langsamen Empfang hat. Dazwischen ist das Netz allerdings meistens nicht vorhanden - Handy auch nicht. Naja, wenn man so die ganzen Wälder und Felder sieht fragt man sich schon, für wen die hier ne Antenne aufstellen sollten…

UPDATE 2: Die hier vorgestellte Methode funktioniert auch wunderbar unter Ubuntu 10.04 Lucid Lynx. Unter Lucid muss der Stick auch nicht erst extra per Nautilus ausgeworfen werden, Lucid macht das automatisch. Auch liefert der Befehl lsusb einen leicht veränderten Eintrag, nämlich

Bus 002 Device 006: ID 19d2:0031 ONDA Communication S.p.A. ZTE MF636